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Hallo liebe Tanja, das freut mich sehr, wenn ich dir hierzu ein paar gute Ansätze liefern konnte. Wir wissen, die…

Der Urlaub ist vorbei, der Terminkalender platzt aus allen Nähten und das Postfach quillt über. Das Gefühl, dass sich wie eine Wand in deinem Kopf aufbaut, weil einfach zu viele Aufgaben gleichzeitig anklopfen, lässt die vergangenen freien Tage, wie ein verblasster Traum aussehen. Im Arbeitsalltag versuchen wir dann oft, die Zähne zusammenzubeißen und den Druck kognitiv "weg zu organisieren". Das Problem dabei: Ein überfordertes Gehirn lässt sich nicht durch noch mehr Denken beruhigen.
Wenn wir unter Zeitdruck geraten oder uns fremdbestimmt fühlen, schaltet das Nervensystem auf Belastung. Die Denkzentrale, die für Problemlösung und Priorisierung zuständig ist, wird heruntergeregelt. Wir verfallen in eine Art Tunnelblick: Wir springen hektisch zwischen Aufgaben hin und her, verlieren den Blick fürs Wesentliche und machen Fehler.
Was wir in diesem Moment brauchen, ist kein weiteres Zeitmanagement-Tool, sondern ein körperlicher Schalter, der den Denkkreislauf kurz unterbricht. Wir benötigen einen Anker, der uns wieder entspannen lässt und runter reguliert.
In der Stressprävention ist ein Anker ein bewusster, Reiz unterbrechender Impuls, der dich aus dem automatischen Gedankenstrom zurück in den gegenwärtigen Moment holt.
Ein Anker muss keine komplexe Meditation sein. Im kreativen Kontext kann ein Anker sehr vielfältig aussehen:
Haptisch & Sensorisch: Das Spüren von Papierstruktur, der Widerstand einer Stiftspitze oder das visuelle Beobachten von ineinanderfließenden Aquarellfarben.
Strukturell: Ein festes, einfaches Muster (z. B. repetitive Formen), das dem Gehirn Halt gibt, wenn sich im Außen alles chaotisch anfühlt.
Visuell: Ein kleines Kärtchen oder Zeichen auf deinem Schreibtisch, das als Stopp-Signal für deinen Blick dient.
Kreativität im Büro ist kein Zeitvertreib, sondern ein Werkzeug zur Selbstregulation. Wenn du einen Stift auf Papier setzt, passiert neurobiologisch etwas Spannendes:
Fokus-Wechsel: Die visuelle und haptische Rückmeldung der Stiftspitze zwingt die Aufmerksamkeit vom abstrakten Gedankenstrom im Kopf zurück in die Hände.
Muster durchbrechen: Eine einfache, repetitive Bewegung (wie das Ziehen von Schlingen oder das Ausfüllen von Flächen) signalisiert dem System: Im Hier und Jetzt besteht keine akute Gefahr.
Kognitive Entlastung: Das Papier übernimmt den Druck. Du musst in diesen 5 Minuten nichts "leisten", kein Ergebnis abliefern und keine Bewertung befürchten.
Im Berufsalltag ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir zu Farben und Pinsel greifen können. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass wir hierzu nicht einmal Farben benötigen. Alles was es benötigt, liegt bereits bei dir auf dem Tisch. Hier eine einfache, alternative Methode, um den Kopf gezielt zu entlasten:
Was du brauchst: Ein Post-it oder Schmierzettel und zwei Buntstifte oder Textmarker.
Die Übung:
Setze mit dem ersten Stift einen Punkt oder einen kleinen Fleck in die Mitte des Papiers.
Fahre nun mit dem zweiten Stift langsam um diesen Fleck herum – Kontur für Kontur, wie die Jahresringe eines Baumes.
Lass die Abstände gleichmäßig bleiben und achte darauf, wie die Linien sich der Form des inneren Flecks anpassen.
Der Effekt:
Das gleichmäßige Umkreisen erfordert exakt so viel visuelle Aufmerksamkeit, dass das Gehirn den aktuellen Stressgedanken kurz "loslassen" muss, ohne dass es dich mental anstrengt.
Durch die Kombination aus einfacher Handbewegung und starkem visuellen Fokus erhält die Amygdala (dein Alarmzentrum im Gehirn) das Signal, dass aktuell keine akute Bedrohung vorliegt. Der Puls verlangsamt sich und die muskuläre Anspannung – besonders in Schultern und Kiefer – nimmt spürbar ab.
Möchtest du lernen, wie du dir regelmäßig solche Anker im Alltag setzt?
Kostenloser Infoabend: Ich lade dich herzlich zu meinem Online-Infoveranstaltungen ein. Wir sprechen über Stressreaktionen und wie du kunsttherapeutische Methoden für dich nutzen kannst.
On-Demand-Impulse: Wenn du sofort tiefer einsteigen willst, schau dir mein Angebot zum 5-Minuten-Art-Journaling an.
Probiere es einfach direkt am Schreibtisch aus: Zettel schnappen, Stift ansetzen und aufatmen.
Schreib mir gerne in die Kommentare, wie sich deine Schultern nach den ersten 5 Minuten der Übung anfühlen!