Sie wollen ein Gespräch mit mir vereinbaren oder eine Veranstaltung buchen?
Hallo liebe Tanja, das freut mich sehr, wenn ich dir hierzu ein paar gute Ansätze liefern konnte. Wir wissen, die…
In der letzten Zeit habe ich viel analysiert. Ich habe hingeschaut, wo in mir Widerstände entstehen und warum ich mich manchmal fühle, als müsste ich gegen einen unsichtbaren Strom schwimmen. Besonders das Thema „Sichtbarkeit“ und das Marketing auf Social Media haben mich viel Energie gekostet. Der ständige Druck, präsent zu sein, Algorithmen zu füttern und „laut“ zu sein, hat sich einfach nicht mehr stimmig angefühlt.
Also habe ich eine Entscheidung getroffen: Ich lasse los.
Ich habe den Druck losgelassen, Marketing machen zu müssen. Wenn ich heute etwas teile, dann nur noch, weil es für mich relevant ist. Ich habe aufgehört, mich zu fragen, was man „tun sollte“, und angefangen mich zu fragen: Warum mache ich das eigentlich so? Entspricht das meinem Wesen?
Bei meiner Suche nach innerer Klarheit fiel mir ein Satz in die Hände, der alles verändert hat:
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit und unsere Kraft, unsere Reaktion zu wählen.“
Unsere Welt ist voll von Reizen. Nachrichten, Benachrichtigungen, Erwartungen von außen. Aber will ich wirklich auf alles reagieren? Ich habe für mich entschieden: Nein.
Ich gönne mir heute die Freiheit, keine Nachrichten zu schauen und keine Zeitung zu lesen. Ich lasse nicht mehr zu, dass die Welt mich verändert oder meinen inneren Frieden diktiert. Ich kann das „große Ganze“ der Welt nicht im Alleingang retten, aber ich kann mich um mich selbst kümmern. Und das ist nicht egoistisch – es ist die Voraussetzung dafür, dass ich für meine Klienten im Kreativraum voll und ganz präsent sein kann.
Das Erstaunliche passierte genau in dem Moment, als ich aufgehört habe zu ziehen und zu drücken: Die Dinge kamen zu mir.
Durch dieses bewusste Loslassen sind plötzlich neue Möglichkeiten, wunderbare Menschen und spannende Ereignisse in mein Leben getreten. Diese Anfragen und Begegnungen kamen nicht, weil ich hart dafür gearbeitet habe, sie „einzufangen“. Sie kamen, weil ich den Raum dafür geschaffen habe. Weil ich den Dingen ihren Lauf gelassen habe.
Was bedeutet das für dich und deine Kreativität?
In der Kunsttherapie erleben wir oft das Gleiche. Wenn wir verbissen versuchen, ein „schönes“ Bild zu malen oder eine Lösung für ein Problem zu erzwingen, blockieren wir uns selbst. Erst wenn wir die Erwartung an das Ergebnis loslassen, kann der Prozess beginnen. Erst dann zeigen sich die Symbole und Wege, die wirklich wichtig sind.
Wo hältst du gerade noch fest, weil du glaubst, du „musst“? Wo investierst du Kraft, nur um den Status Quo zu halten?
Ich lade dich ein, heute einen kleinen Moment des bewussten Nicht-Reagierens zu üben:
Identifiziere den „Muss-Reiz“: Welcher Gedanke oder welche Aufgabe fühlt sich schwer an? Ist es der Druck, auf eine Nachricht sofort zu antworten? Der Drang, dein Zuhause perfekt zu hinterlassen? Oder die Angst, etwas zu verpassen (FOMO - Fear of Missing Out)?
Schaffe den Raum: Wenn dieser Reiz kommt, atme einmal tief durch. Sag dir innerlich: „Ich muss hierauf jetzt nicht reagieren. Ich wähle meine Freiheit.“
Beobachte das Vakuum: Loslassen erzeugt zuerst eine Leere. Das kann sich ungewohnt oder sogar beängstigend anfühlen. Aber genau in dieser Stille, in diesem „Vakuum“, entsteht der Platz für das Neue.
In der Kunsttherapie nennen wir das den „Schöpferischen Urgrund“ (Analytische Psychologie nach C.G. Jung). Erst auf der leeren Leinwand kann etwas entstehen, das wirklich aus deinem Inneren kommt – nicht als Reaktion auf die Welt, sondern als Ausdruck deiner selbst.
Was würde passieren, wenn du heute nur eine einzige Sache loslässt? Vielleicht ist es nur eine kleine Erwartung an dich selbst. Beobachte mal ganz aufmerksam, was stattdessen zu dir kommen will.
Ich lebe heute meine Freiheit. Ich lasse los. Und ich bin gespannt, was durch diese Offenheit demnächst bei dir anklopft.